talkum.net

Wie bekommt man das Talkum aus dem Speckstein?

Die meisten Eltern besitzen (mehr oder weniger gelungene) Speckstein-Figuren ihrer Kinder irgendwo in der Küchenschublade. Denn der weiche Speckstein, ein Mineral mit hohem Talkumanteil, ist seit (Schüler-) Generationen sehr beliebt im Kunst- und Bastelunterricht, weil er wegen seiner Weichheit leicht zu bearbeiten und mit einfachen Werkzeugen in die gewünschte Form zu bringen ist. Diese geringe Härte (Härtegrad 1 von 10 möglichen) entsteht durch seinen hohen Anteil (bis zu 100 Prozent) an Talkum.

Was ist Talkum und wozu verwendet man es?

Talkum heißt der Speckstein, wenn man ihn zermahlen hat. Als Talkumpulver ist er seit Jahrhunderten bekannt und wird vielseitig verwendet, beispielsweise in der Lebensmittelindustrie (Trennmittel, EU-Zulassung als E-553b) oder auch in der Medizin (Pleurodese = Verklebung von Rippenfell mit der Lungenoberfläche zur Behandlung eines lebensgefährlichen Pneumothorax). Als Körperpuder steht Talkum in vielen Badezimmern, Turner verwenden es zur Trocknung ihrer Hände und in Latex-Handschuhen sorgt es als Gleitmittel dafür, dass wir die Hände leicht hinein (und wieder heraus) bekommen. Talkum begegnet uns eigentlich auf Schritt und Tritt in unserem Alltag.

Wie bekommt man das Talkum aus dem Speckstein?

Speckstein ist ein weiches Mineral, leicht fettig und wasserabweisend. Speckstein kommt fast weltweit vor, große Abbaugebiete finden sich in den USA, China und Europa. Zwei Drittel der Weltjahresproduktion kommt aus diesen drei Regionen bzw. Ländern. Der mitteleuropäische Speckstein ist brüchig und wird meist zu Talkum zermahlen, die härteren aus den nördlichen Ländern eignen sich wegen ihrer Festigkeit z. B. gut für Fußböden. In reiner Form (hoher Talkumanteil) ist Speckstein weiß, andere Farben sind u. a. violett und rosa.

Talkum ist nichts anderes als fein zermahlener Speckstein. Es verfügt über vielseitige Anwendungsmöglichkeiten, vom Gesichtspuder über das Putzmittel bis hin zum Trennmittel bei Kaugummis. Das Zermahlen des Specksteins geschieht in industriellen Mühlen und je nach späterer Verwendung wird er als reines (ggf. auch steriles) Talkum (Kosmetik, Lebensmittelproduktion, Medizin) vertrieben oder auch mit keramischem Material zu Isolierstoffen in der Elektrotechnik verarbeitet. Moderne Industriemühlen stellen Talkum in unterschiedliche Körnungen her, nach den Vorgaben von Industrie und Medizin.

Talkum erhält man im Drogeriemarkt und teilweise auch in Supermärkten.

Talkum erhält man im Drogeriemarkt, teilweise auch in Supermärkten.

Der Vorgang der Talkum-Herstellung hat sich dabei in den letzten Jahrhunderten nicht wesentlich verändert, außer dass heute Maschinen die Arbeit leisten, die bis Ende des 18. Jahrhunderts (Erfindung der Dampfmaschine und damit Beginn der Industriellen Revolution) von Menschen erledigt wurde: Der Speckstein wird angeliefert, zerkleinert, getrocknet und zermahlen. Im Groß- und Einzelhandel taucht er dann in den unterschiedlichsten Gebindearten auf, vom 25-kg-Sack bis zur 50-Gramm-Dose, beim Großhändler oder im Drogeriemarkt.